Jakub Jankto und 7 andere, die die Toleranz für schwule Sportler verbessert haben

Die Welt des Sports ist weniger tolerant...
...aber die Dinge ändern sich
Ein Blick auf einige Vorreiter
Billie Jean King, Tennis
Unter ungünstigen Umständen
Jahrelang bestritt sie Gerüchte
Zeit, die Wahrheit zu sagen
Ian Roberts, Rugby League
Hässliche Reaktionen
Besorgt um seine Familie
Er blieb Aktivist
Jakub Jankto, Fußball
Die Nachricht
Weitgehend unterstützt
Michael Sam, American Football
Unterstützt von seinen Teamkollegen
Ryan Russell, American Football
Ehrlich leben
Jason Paul Collins - Basketball
Bald darauf in den Ruhestand
Megan Rapinoe, Fußball
An vorderster Front
Eine andere Form des Protests
Carl Nassib, American Football
Aktiv in der Liga
Die Welt des Sports ist weniger tolerant...

Während Homosexualität und Queer-Identifikation in der Gesellschaft heute weitgehend akzeptiert sind, hinkt die Welt des Sports ein wenig hinterher, wenn es um die Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben geht.

...aber die Dinge ändern sich

Dennoch verändern sich die Dinge, und wir haben mehr offen schwule Sportler als je zuvor, die an Wettkämpfen teilnehmen.

Ein Blick auf einige Vorreiter

Aber natürlich gab es auch auf diesem Gebiet einige bemerkenswerte Wegbereiter. Werfen wir einen Blick auf einige der heutigen und ehemaligen offen schwulen Sportler, die dazu beigetragen haben, die öffentliche Wahrnehmung zu verändern.

Billie Jean King, Tennis

Am 1. Mai 1981 schrieb die Tennislegende Billie Jean King Geschichte, indem sie als erste prominente Profisportlerin öffentlich über ihre Homosexualität sprach.

Unter ungünstigen Umständen

Leider waren die Umstände nicht gerade positiv, denn ihre ehemalige Sekretärin reichte eine Unterhaltsklage gegen King ein. Sie behauptete, sie sei in einer Beziehung mit der 12-fachen Grand-Slam-Siegerin gewesen und habe nach ihrer Trennung Anspruch auf finanzielle Unterstützung.

Jahrelang bestritt sie Gerüchte

Zu diesem Zeitpunkt kursierten bereits seit vielen Jahren Gerüchte, die King 1975 öffentlich dementierte, doch dieses Mal entschied sie sich für ein Coming-out.

Zeit, die Wahrheit zu sagen

"Ich habe gesagt: Das mache ich. Es ist mir egal. Es ist mir wichtig, die Wahrheit zu sagen.", so King 2017 gegenüber NBC News in Bezug auf die damaligen Ereignisse.

Ian Roberts, Rugby League

Als einer der harten Männer der australischen Rugby-Liga sorgte Ian Roberts 1995 für großes Aufsehen, als er sich als schwul outete. Das war nicht nur ein Novum für den Profisport und für harte Kontaktsportarten im Allgemeinen, sondern sein knallhartes Verhalten auf dem Spielfeld stand auch im Widerspruch zur damaligen gesellschaftlichen Wahrnehmung von schwulen Männern.

Hässliche Reaktionen

Auch für Roberts war es nicht gerade ein einfacher Prozess. Die Rugby-Liga-Fans und die Medien waren ihm zu dieser Zeit nicht gerade freundlich gesinnt, und der Manly Sea Eagles-Stürmer musste eine Flut von Beschimpfungen von Fans bei Spielen ertragen. Er wurde sogar mindestens einmal von einem Zuschauer tätlich angegriffen.

Besorgt um seine Familie

"Früher hatte ich bei Spielen immer Mitleid mit meiner Mutter und meinem Vater, weil die Leute sehr hässliche Sachen schrieen. Ich war besorgt, dass sie das hören mussten, aber es gibt bestimmte Dinge, vor denen man seine Familie nicht schützen kann", erklärte Roberts über seine Erfahrungen mit seinem Coming-out in den 90er Jahren gegenüber starobserver.com.au.

Er blieb Aktivist

Trotz den Kritiken blieb Roberts weiterhin ein Aktivist für die Rechte von Homosexuellen in seinem Heimatland und trug dazu bei, die Wahrnehmung von Homosexualität bei vielen Sportfans zu verändern.

Jakub Jankto, Fußball

In akzeptableren Zeiten sorgte Jakub Jankto, ein Mittelfeldspieler der tschechischen Fußballnationalmannschaft, am Valentinstag 2023 für Schlagzeilen, als er über die sozialen Netzwerke bekannt gab, dass er schwul sei.

Die Nachricht

"Hallo, ich bin Jakub Jankto. Wie jeder andere habe ich meine Stärken, ich habe meine Schwächen, ich habe eine Familie, ich habe meine Freunde. Ich habe einen Job, den ich seit Jahren so gut wie möglich mache, mit Ernsthaftigkeit, Professionalität und Leidenschaft", sagte er in seinem auf Twitter geteilten Video.

"Ich will mich nicht mehr verstecken"

"Wie alle anderen möchte auch ich mein Leben in Freiheit leben, ohne Ängste, ohne Vorurteile, ohne Gewalt – aber mit Liebe. Ich bin homosexuell und will mich nicht länger verstecken.“

Weitgehend unterstützt

Jankto spielt derzeit für den AC Sparta Prag und ist der bekannteste schwule Mann, der professionell Fußball spielt. Seine Äußerung hat in der Öffentlichkeit große Unterstützung gefunden, von ehemaligen Teamkollegen bis hin zur englischen Premier League.

Michael Sam, American Football

American Football ist ein Sport voller Angeberei und Machogehabe, und so ist es nicht verwunderlich, dass erst 2014 ein schwuler Mann in der NFL gespielt hat. Michael Sam entschied sich, sich auf sensationelle Weise zu outen.

"Ich bin ein offener, stolzer schwuler Mann"

Der Defensive End gab kurz nach dem NFL-Draft 2014 bekannt, dass er schwul ist: "Ich bin ein offener, stolzer schwuler Mann", erklärate Sam, wie NFL.com berichtet.

Unterstützt von seinen Teamkollegen

Er ist jedoch schon früher offen mit seiner Sexualität umgegangen und hatte seinen Mannschaftskameraden an der University of Missouri in einer Einführungsveranstaltung im Jahr 2013 gesagt, dass er schwul ist. Er fand bei ihnen Unterstützung und, dadurch angespornt, beschloss er einige Monate später, sich öffentlich zu äußern.

Ryan Russell, American Football

Knapp fünf Jahre später sorgte Ryan Russell mit seinem Outing als bisexuell für ebenso viel Aufsehen, allerdings unter etwas anderen Umständen. Russell, ein ehemaliger Defensive End der Cowboys und Buccaneers, spielte zu diesem Zeitpunkt nicht, wollte aber seine Plattform nutzen, um sich zu diesem Thema zu äußern.

"Unsichtbar im Profisport“

Obwohl LGBTQ-Personen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens - Politik, Unterhaltung, Wirtschaft - erfolgreich sind, sind sie im Profisport so unsichtbar, dass ein Klatschblogger einem bisexuellen Fußballspieler einen Gefallen tut, indem er nicht offenlegt, dass er sich mit Männern trifft", heißt es in Russells Essay.

Ehrlich leben

"Niemand sollte einen Gefallen brauchen, um ehrlich zu leben. In keiner Welt sollte vorsichtig sein bedeuten, nicht man selbst zu sein. Die Karriere, die du wählst, sollte dir nicht diktieren, was du von dir preisgibst."

Jason Paul Collins - Basketball

In der Welt des Basketballs gab es 2013 mit Jason Paul Collins den ersten geouteten schwulen Spieler in der NBA - damals eine Premiere im amerikanischen Profisport.

"Ich bin schwarz. Und ich bin schwul"

Der damalige Center der Washington Wizards verkündete die Nachricht in einem Artikel der Sports Illustrated und schrieb: "Ich bin ein 34-jähriger NBA-Center. Ich bin schwarz. Und ich bin schwul.

"Niemand hat es vor mir getan, deshalb hebe ich die Hand“

"Ich hatte mir nicht vorgenommen, der erste offen schwule Sportler in einer großen amerikanischen Mannschaftssportart zu sein. Aber da ich es bin, bin ich froh, das Gespräch zu beginnen", sagte er. "Ich wünschte, ich wäre nicht das Kind im Klassenzimmer, das die Hand hebt und sagt: "Ich bin anders". Wenn es nach mir ginge, hätte das schon jemand anderes getan. Aber das hat niemand, deshalb hebe ich meine Hand.“

Bald darauf in den Ruhestand

Nur ein Jahr später zog sich Collins nach 13 Saisons in der Liga aus der NBA zurück.

Megan Rapinoe, Fußball

Eine der bekanntesten Aktivistinnen ist derzeit Megan Rapinoe, die Kapitänin der US-Fußballnationalmannschaft, die sie 2019 zum FIFA-Weltmeistertitel führte. In der Juli-Ausgabe 2012 des Magazins 'Out' hat sie sich öffentlich geoutet und erklärt, dass sie seit 2009 mit der australischen Fußballspielerin Sarah Walsh liiert ist.

An vorderster Front

"Ich denke, dass Sportlerinnen im Allgemeinen bei jedem Protest an vorderster Front stehen, weil wir lesbisch sind, wir sind Frauen, wir sind farbige Frauen, wir sind sozusagen alles auf einmal", sagte Rapinoe über ihre Erfahrungen im Jahr 2019, wie NBC News berichtet.

Eine andere Form des Protests

"Wir werden leider ständig in irgendeiner Form unterdrückt. Deshalb habe ich das Gefühl, dass wir einfach nur Sportler sind, dass wir einfach nur an der Spitze unseres Sports stehen, das ist in gewisser Weise ein Protest und an und für sich schon eine Art Trotz", sagte sie damals.

Carl Nassib, American Football

Als die Nachricht im Juni 2021 bekannt wurde, waren viele schockiert. Defensive End Carl Nassib verkündete in einem Social-Media-Post, dass er schwul ist, und erklärte, dass er 100.000 Dollar an das Trevor Project gespendet hat, eine Organisation, die sich auf die Suizidprävention bei LGBTQ-Jugendlichen konzentriert.

"Einen kurzen Moment…“

"Ich möchte nur kurz sagen, dass ich schwul bin“, sagte Nassib in dem auf Twitter geposteten Video. "Ich denke einfach, dass Transparenz und Sichtbarkeit extrem wichtig sind. Ich hoffe, dass eines Tages Videos wie dieses und der ganze Coming-Out-Prozess nicht mehr nötig sind, aber bis dahin werde ich mein Bestes geben und meinen Teil dazu beitragen, eine Kultur der Akzeptanz und des Mitgefühls zu schaffen."

Aktiv in der Liga

Nach zwei Spielzeiten bei den Raiders unterschrieb Nassib kürzlich bei den Bucs. Nassib ist der erste aktive Spieler der Liga, der sich geoutet hat.

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